MUSIKSCHULE DER STADT GROß- SIEGHARTS IM BANNE DER INTERNATIONALEN AKTIVITÄTEN
NÖ Gemeindeverwaltungsschule und Kommunalakademie
Musikschulmanagement Niederösterreich
Musikschule der Stadt Groß- Siegharts im Banne der internationalen Aktivitäten
Hausarbeit vorgelegt von Mag. Krzysztof Brzezinski
Groß-Sieghartes, August 2005
Inhaltsverzeichnis
Die Anfänge der Grenzüberschreitenden Musikaktivitäten 5
Junge Musiker aus der CSFR und aus Österreich spielen groß auf 5
Musikschule der Stadt Groß-Siegharts auf Polen-Ausflug 7
Die schmucke Uniform der Groß-Sieghartser gefiel den Polen ganz besonders 8
Spanischer Liederabend im Arkadenhof von Schloss Groß-Siegharts am Samstag, 29.08.1992 8
Fest der Musik im Bandlkramerlandl Groß-Siegharts 8
Konzertreise war ein Erlebnis 9
Musikschule Lublin (Polen) und Concert-Band Groß-Siegharts begeisterten 10
Ausverkaufte Neujahrskonzerte der Stadtkapelle Groß-Siegharts 10
Musik öffnet die Herzen für Gott 10
Stadtkapelle Groß-Siegharts als musikalischer Botschafter Österreichs in Malta 11
Stadtkapelle Groß-Siegharts auf dem diplomatischen Parkett 12
Der überraschende Besuch des „Akademischen Chores“ aus Warschau am 27.12.1998 12
Die „Banda Lily“ aus Malta kam auf Gegenbesuch nach Groß-Siegharts vom 13. bis 20. 09 2000 13
Diverse gemeinsame Aktivitäten unter Beteiligung unserer Musikfreunde aus dem Ausland 13
„La Donna in Musica“ von 08. bis 10. Juni 2001 14
Partnerschaft mit Poniatowa unterzeichnet 14
40-jähriges Stadtjubiläum in Poniatowa (9. bis 12. Mai 2002) 15
15 Jahre Musikschule Groß-Siegharts 15
Besuch bei Nachbarn im Zeichen der Musik 15
75 Jahre Stadtgemeinde Groß-Siegharts – „Wir feiern grenzenlos“! 16
Das III. internationale Posaunenfestival in Warschau 16
Europa – das sind wir, eine glückliche Welt mit der Musik 16
EU – Beitritt der Republik Polen am 01.05.2004 17
Freundschaftskonzert mit den Musikschullehrern aus Groß- Siegharts, Slavonice und Dacice 17
Der gemischte Chor „Gaudete“ zu Gast in der Stadtpfarrkirche Groß- Siegharts 18
30 Jahre des Chores „Stieglitze“ aus Poniatowa – ein Fest mit Freunden aus aller Welt! 18
Vorwort
In der vorliegenden Arbeit möchte ich dem Leser einen Überblick über die Wichtigkeit der gemeinsamen, internationalen Aktivitäten der Städtischen Musikschule Groß-Siegharts und der Stadtkapelle geben. Die in dieser Arbeit beschriebenen Aktivitäten wurden auf idealistische Weise in der Freizeit zusätzlich zu dem üblichen Unterrichtsablauf der Musikschule unternommen.
Die Stadt Groß-Siegharts im Waldviertel bietet mit dem Schloss, der Barockkirche, dem modernst ausgestatteten, angenehmen Stadtsaal, dem Vereinshaus, dem Steinbruch sowie der reizvollen Naturlandschaft einen harmonischen Rahmen für viele verschiedene musikalische Erlebnisse der besonderen Art.
Ich hatte das Glück während meiner Studienzeit in Wien (1983-1988) ein Student von Prof. Fritz Würzler (07.07.1928–19.10.2004) und Hans Pöttler (17.10.1935-21.10.1996) zu sein. Diese hervorragenden Menschen, Pädagogen, Philosophen und Musiker haben mich sehr stark geprägt. Die zahlreichen Diskussionen über die Zukunft Europas und die Wege zur Freiheit sowie die Rolle der Musik beschäftigten uns damals sehr intensiv. 1986 erhielt Prof. Fritz Würzler den ersten Preis bei dem Internationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme für die Komposition „Europa-Traum oder Wirklichkeit“. Erst einige Jahre später wurde diese siebenminütige Komposition mit sämtlichen europäischen Hymnen als ein vereinigtes Stück Symbol für Europa ohne Grenzen zur Realität: Am 9.11.1989 mit dem Zerfall der Berliner Mauer öffnet die DDR die Grenzen und am 3.10.1990 wird die Deutsche Einheit erreicht. 1989 wurde in Polen die sozialistische Herrschaft beendet, sowie ein Mehrparteiensystem eingeführt. 1990 wird Lech Walesa der erste freigewählte Präsident von Polen. Die Tschechoslowakei, die schon seit 1918 besteht, spaltet sich 1993 in die Slowakei und in die Tschechische Republik. Endlich können die Wünsche vieler Bürger der Welt in Erfüllung gehen- Europa ist frei. Die Grenze des Waldviertels zur Tschechischen Republik ist problemlos passierbar! Wir können viele Aktivitäten ins Leben rufen, weil gerade die Musik als einzige Sprache der Welt keinen Dolmetscher braucht und der beste Förderer der Freundschaft zwischen den Völkern ist. Musik baut die Brücken zwischen den Menschen und Nationen. Sie verbindet Bürger ungeachtet ihrer Weltanschauungen, ihrer politischen Vorlieben oder ihrer religiösen Überzeugungen. Musik ist ein völkerverbindendes Element. Nach vielen schrecklichen Kriegen war die Musik, welche die ersten Kontakte zwischen den verfeindeten Völkern schuf. Als ehemaliger politischer Flüchtling aus Polen (Flucht 1983) erkannte ich die neue Herausforderung sehr rasch und deshalb bemühe ich mich seit Anfang meiner Leitung der Musikschule Groß-Siegharts die musikalischen Aktivitäten mit Enthusiasmus und mit Überzeugung zu pflegen. Die völkerverbindende Wirkung von Musik ist wohl unbestritten und mein großes und wichtiges Anliegen. Da ich von 1988 bis 2004 auch die künstlerische Leitung der Stadtkapelle Groß-Siegharts inne hatte und unsere Aktivitäten oft gemeinsam unternommen wurden, wird in dieser Arbeit auch die Stadtkapelle Groß-Siegharts oft vorkommen. Viele Mitglieder der Stadtkapelle besuchen auch die Musikschule. Die gute Kooperation beider Institutionen ist eine Garantie für die erfolgreiche und zukunftsorientierte Arbeit.
Viele große Projekte wären ohne Unterstützung und Verständnis der Stadtgemeinde Groß-Siegharts nicht möglich gewesen. Deshalb gilt mein besonderer Dank Herrn Bürgermeister a.D. Präsident Anton Koczur, der einmal sagte: „In Groß-Siegharts lebt man eben nicht nebeneinander, sondern miteinander!“, seinem Nachfolger Bürgermeister Ing. Maurice Androsch, Amtsdirektor Frans Schelm, Stadtpfarrer Mag. Zenon Pajak und den Bediensteten der Stadtgemeinde Groß-Siegharts, Herrn Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Herrn Franz Müller aus Kritzendorf sowie Familie Prof. Witold und Danuta Danielewicz. Nicht zuletzt bedanke ich mich bei den Gastfamilien, Freunden sowie bei allen meinen Kollegen und Institutionen im In- und Ausland, die meine Projekte unterstützten.
Die Anfänge der Grenzüberschreitenden Musikaktivitäten
Unsere grenzüberschreitenden Aktivitäten der Musikschule Groß-Siegharts gehen auf das Jahr 1989 zurück. Am 13. Dezember fand um 20 Uhr in der Stadtpfarrkirche Groß Siegharts ein „Großes Kirchenkonzert für Orgel und Posaune“ statt. Der Eintritt war frei, der Reinerlös (ca. 15 000 Schilling), der sich aus den Spenden ergab, wurde der Kirchenrenovierung zur Verfügung gestellt. Begonnen wurde mit einer „Aria“ von Johann Sebastian Bach. Von J.E. Galliard erklingte die „Sonata Nr. 1“, ebenfalls ein Werk des 18. Jahrhunderts. Aber auch ein Zeitgenosse kam musikalisch zu Wort- Bernhard Krol, Jahrgang 1920, mit seiner „Sinfonia sacra-Jesu meine Freude “. Bekannt war das „Ave Maria“ von Franz Schubert und mit einem „Concerto in f-Moll“ von Georg Friedrich Händel wurde der klangvolle Schlusspunkt gesetzt. Beachtenswert war, dass bei diesem Kirchenkonzert als Organist einer der namhaftesten Musikern aus Polen spielte: Piotr Komorowski- bekannter Dirigent, Komponist und Pianist, der nach ausgezeichneten Diplomen an der „Fryderyk Chopin-Warschauer Musikuniversität“ (Fach Dirigieren und Klavier) in Kalifornien sein Doktoratsstudium fortsetzte und als Dirigent ganz Europa bereiste. So berichtete Othmar Zaubek in der „Waidhofner Zeitung“: „Groß-Siegharts. –Es ist der großartige Verdienst von Mag. Krzysztof Brzezinski, das Musikleben in Groß-Siegharts innerhalb kürzester Zeit zu neuer Blüte gebracht zu haben. Nun ist der Stadtkapellenmeister und Musikschuldirektor wieder einmal als meisterhafter Posaunist zu hören, gemeinsam mit dem Organisten Mag. Piotr Komorowski /.../1.
Einer der führenden Pianisten Polens, Mag. Piotr Komorowski, absolvierte auch am 3. und 5. Mai 1991 zwei weitere Konzerte mit mir im Gemeinderatssitzungssaal Groß-Siegharts. Der Saal war am 3.Mai zum Bersten voll. Der Erfolg dieses Konzertes war so gewaltig, dass das Konzert zwei Tage später am 5. Mai 1991 wiederholt werden musste.
Das Konzert mit hohem Niveau mit Komorowski und Brzezinski begeisterte das Stadtsaalpublikum auch am 24.02.1996. Anbei eine Pressekritik: „/.../ Zu Beginn des Konzertes brachte Piotr Komorowski die Polonaise in As-Dur Op. 53 von Fryderyk Chopin zu Gehör. Die Interpretation dieses Werkes wurde vom Künstler in einer selten gehörten Einfühlsamkeit dargeboten. Bei der folgenden Sonate I für Posaune und Klavier von Benedetto Marcello griff Stadtmusikus Brzezinski zur Posaune und verzauberte förmlich sein Publikum mit dieser technisch äußerst anspruchsvollen Komposition. Die Höhepunkte des Abends waren zweifellos die beiden letzten Musikstücke. Piotr Komorowski zeigte sein Können mit den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgskij. Mit dem Konzert Nr. 2 in Des-Dur für Posaune und Klavier von Blazevic entlockte Mag. Krzysztof Brzezinski seiner Posaune die herrlichsten Töne vom sanften Pianissimo bis hin zum schmetternden Fortissimo in einer atemberaubenden Technik. Das Publikum dankte den beiden Interpreten mit einem langen, anhaltenden Applaus.“2
Junge Musiker aus der CSFR und aus Österreich spielen groß auf
Die ersten Kontakte zur Tschechoslowakei begannen im Frühjahr 1990, als ich die Ehre hatte mit der Delegation der Stadtgemeinde Groß-Siegharts unter der Leitung von Bürgermeister Präsident Anton Koczur nach Slavonice und Dacice zu fahren. Lebhaft in Erinnerung habe ich die musikalischen Darbietungen in der Musikschule Slavonice zur Begrüßung der Gäste aus Groß-Siegharts. Mit dem Direktor der Musikschule in Slavonice Vlastimil Burkart vereinbarten wir die Termine der nächsten Konzerte nach der Grenzöffnung zwischen CSFR und Österreich. Die Musikschule Groß-Siegharts fuhr mit einem Autobus am 20.04.1990 nach Slavonice und gab gemeinsam mit der Musikschule Slavonice im Kulturhaus ein „Freundschaftskonzert“. Ein Gegenbesuch fand am 02.06.1990 im überfüllten Vereinshaus Groß-Siegharts statt. Das Konzert stand unter dem Motto „Musik kennt keine Grenzen.“ Bgm. LAbg. Anton Koczur, der die Gäste begrüßte, gab seiner Freude über diese erste gemeinsame Veranstaltung in unserer Region seit der Grenzöffnung Ausdruck und sprach die Hoffnung aus, dass aus dieser Begegnung viele neue Kontakte entstehen mögen.
Zur nächsten großen Begegnung zwischen den Musikschulen aus Österreich (Groß-Siegharts) und CSFR (Dacice und Slavonice als Filiale) kam es im Juni 1991 beim Abschlusskonzert. Die Musikschüler aus beiden Ländern bescherten einen erlebnisreichen Konzertabend mit vielen Höhepunkten im Vereinshaus Groß-Siegharts3.
„Scholares Minores pro Musica Antiqua“ – ein weltberühmtes Kindesensemble aus Poniatowa, Botschafter der Republik Polen4
Dieses Kinderensemble aus der kleinen Stadt Poniatowa bei Lublin gastierte mehrmals in Groß-Siegharts. Bei dem ersten Besuch dieser weltanerkannten Gruppe im September 1990 waren die Medien an den Auftritten der Kinder hochinteressiert. Nicht nur die Zeitungen, sondern sogar der ORF und Radio berichteten ausführlich über die professionellen und berührenden Auftritte der polnischen Kinder zwischen 4 und 18 Jahren. Anbei nur einige Berichte: „Ein besonderer Höhepunkt dieses Jahres war ohne Zweifel die Tatsache, dass dank der persönlichen Kontakte von Mag. Brzezinski das wirklich weltberühmte Ensemble, „Scholares Minores pro Musica Antiqua“ nach Groß-Siegharts kam. Das Konzert fand im September statt. Aber die Vorbereitungen waren gar nicht so einfach. Scholares war auf dem Rückgang von einer Spanientournee. Leider wurde damals ziemlich überraschend in Österreich für Polen die Visumpflicht wieder eingeführt. Gott sei Dank kann Mag. Brzezinski eine gewisse Hartnäckigkeit sein eigen nennen. Es gelang ihm nämlich unter Ausnützung persönlicher Kontakte und politischer Beziehungen trotzdem, dass die „musikalischen Botschafter“ Polens im Jahr 1990 das erste mal nach Groß-Siegharts kamen.
Neben dem hervorragenden künstlerischen Genuss, trat etwas zutage, das meines Erachtens noch viel wichtiger ist. Es war nämlich so, dass sämtliche Mitglieder von Scholares- egal ob jung oder alt – privat bei Gr.-Sieghartser Familien untergebracht werden konnten. Etwas, worauf wir in Groß-Siegharts mit Fug und Recht stolz sein können. Wir wurden aber reichlich dafür belohnt. Es entstanden Freundschaften zwischen den Familien. Trotz Sprachschwierigkeiten gab es keinerlei Verständigungsprobleme – Musik verbindet eben und hilft mit Grenzen, die es in erster Linie ja nur in den Köpfen der Menschen gibt, abzubauen. Dazu hat man in Groß-Siegharts sicherlich einen wichtigen Beitrag geleistet. Musik verbindet in vielerlei Hinsicht. Bei Scholares waren viele hübsche Mädchen dabei- so mancher Österreicher hat damals ein Auge auf die hübschen Polinnen geworfen. Einem sind aber nicht nur die Augen auf, sondern gleich das ganze Herz übergegangen. Nämlich unserem Mag. Brzezinski. Er „verschaute“ sich in Marta Mickiewicz- zwei Jahre später fand die Hochzeit statt- na ja- Musik verbindet eben“.5
Die nächste Begegnung mit dem Ensemble „Scholares Minores pro Musica Antiqua“, das bereits 86 Länder (u.a. Australien, USA, Kanada, Mexiko, Japan und ganz Europa) bereiste, fand im April 1992 statt. 80 Personen –Kinder und Eltern- nahmen diese herrliche Reise in die Bandlkramerstadt Groß-Siegharts zum Anlass, um die Freundschaften zwischen österreichischen und polnischen Familien zu vertiefen. Am Programm standen außer dem Konzert mit vielen berührenden Überraschungen auch Besichtigungen des Waldviertels, sowie der Hauptstadt Wien. Diesmal stand auch die „Junior-Band“ am Programm, die beim anschließenden gemütlichen Teil nach dem Konzert im Vereinshaus Groß-Siegharts „heiße Rhythmen“ erklingen ließ. Die Bewirtung organisierten die Gr.-Sieghartser Gastfamilien, die alle 80 Personen bei sich aufnahmen. Die Stimmung dieses Abends war einfach fantastisch und unbeschreiblich! Am Palmsonntag wurde die Palmweihe und der anschließende Festgottesdienst von „Scholares“ feierlich gestaltet. Die herrlichen Stimmen der jungen Künstler ließen so manches Herz und so manches Auge übergehen. In der Festschrift „25 Jahre Szczygielki“ wurde den Groß-Sieghartstern ein würdiges Kapitel gewidmet. Anbei eine Beschreibung der Reisen nach Österreich von einem jungen, weiblichen Mitglied aus Poniatowa: „Österreich von Grazyna Lakoma- 20 Tage in den Jahren 1984, 1990, 1992, 1993. Reisen, Reisen, Reisen, ... Wir fahren nach Österreich, aber diesmal mit einer größeren Gruppe mit zwei Bussen. Das Ensemble „Scholares Minores“ und auch die Eltern. So etwas gab es noch nie in der ganzen Geschichte des Ensembles! Auf die Konzertreise machen sich außer den Kindern auch die Eltern auf den Weg, das heißt ein Teil der Eltern; nicht die, die am meisten talentiert und musikalisch sind, sondern jene Eltern, die den Mut haben in die große Welt zu fahren und vor einem großen Publikum aufzutreten. Im uns von früheren Reisen bekannten Städtchen Groß-Siegharts begrüßt uns das Blasorchester unter der Leitung von Krzysztof Brzezinski. Die Konzerte unserer Gruppe begeistern das österreichische Publikum. Große Bewunderung rufen die künstlerischen Darbietungen unserer eigenen Eltern hervor, die das Konzert mit einer Polonaise begannen, aber auch Tänze und Volkslieder aufführten. Während unserer Aufenthaltes hatten wir die Gelegenheit an der Prozession und an der Palmsonntagsmesse teilzunehmen. In der Prozession gingen alle Bewohner des Städtchens und wir durften unzählige Palmzweige bewundern. Die Fahrt nach Österreich beträgt viele Stunden, die wir an den Sessel gefesselt im Bus verbringen mussten. Die Eltern gründeten einige Vereine, u.a. den „Verein der Raucher“ oder den „Prost- na zdrowie“ –Verein. Diese Vereine existierten nur während der Reisepausen. Der Akrobatenverein war sogar während der Busfahrt tätig (Lotosblume, Brücke, Stehen auf den Händen etc.) –für die Zuschauer sensationell.
Die nächste Fahrt (Österreich ’93) gab es bezüglich der Festjubiläen „65 Jahre Stadtkapelle“, „65 Jahre Stadterhebung“ und 5 Jahre „Neue Musikschule Groß-Siegharts“, sowie eine bunte Parade anlässlich des Erntedankfestes. Die schönste Attraktion war der bunte Erntewagen, der mit Äpfeln, Kürbissen, Mohn, Mais und Erntekrone geschmückt war. Jede Reise bietet uns die Möglichkeit neue Erfahrungen zu sammeln und die Kultur des anderen Landes kennenzulernen. Durch solche Begegnungen schließt man viele Bekanntschaften, Freundschaften und sogar Lieben. Ein Beispiel dafür ist unsere Freundin Marta Mickiewicz, die Krzysztof heiratete, den sie auf unseren Konzertreisen in Groß-Siegharts kennerlernte. Auch Ania L. hatte einen beharrlichen Verehrer aus Österreich. Diesmal handelte es sich jedoch nur um eine Verehrung.“ 6
Musikschule der Stadt Groß-Siegharts auf Polen-Ausflug
Am 17. Mai 1991 war es soweit. Wir besuchten Tschenstochau, Warschau, Krakau und Pulawy. Ziel der Reise war jedoch Poniatowa, der Sitz von „Scholares Minores pro Musiqua Antiqua“. Ein gemeinsames Konzert stand auf dem Programm. Überraschend wurden wir mit dem „Waldviertel Lied“ sowie mit Blumen begrüßt. Am Pfingstsonntag wurde ein Gottesdienst in einer modernen Kirche gefeiert, der musikalisch von „Scholares“ gestaltet wurde und bei dem auch gemeinsam das „Waldviertel Lied“ gesungen wurde. Am Abend fand ein großartig organisiertes Beisammensein der polnischen Gasteltern, der Gäste aus Groß-Siegharts und der Ensembles aus Poniatowa im Park des Schlosses Kraczewice bei offenem Feuer statt. Wir sangen und spielten gemeinsam. Es kam zu berührenden, freundschaftlichen Szenen zwischen den Menschen beider Länder. Alles in Allem war dieser Ausflug der Musikschule ein unvergessliches und sehr herzliches Erlebnis.
Die schmucke Uniform der Groß-Sieghartser gefiel den Polen ganz besonders
In der Zeit vom 28 Mai bis zum 31 Mai 1992 unternahm die Stadtkapelle Groß-Siegharts eine Konzertreise nach Polen. Ziel der Reise war Poniatowa. Die Stadtkapelle war in einem prachtvoll restaurierten Schloss untergebracht. Es wurden unter meiner Leitung Ausflüge und Besichtigungen unternommen. In Warschau hatte das Sieghartser Orchester keinen geringeren „Fremdenführer“ als den Dirigenten der Warschauer Staatsoper, Mag. Piotr Komorowski, der bereits mehrere Konzerte in Groß-Siegharts als Pianist und Organist gab. Höhepunkt der Reise war sicherlich das am Samstag, den 30 Mai stattfindende Konzert, bei dem sowohl mehrere polnische Ensembles, als auch die Stadtkapelle Groß-Siegharts auftraten. Zu Beginn wurde eine Parade durch die etwa 10 000 Einwohner zählende Stadt unternommen. Die Groß-Sieghartser gefielen den Zuschauern in ihren Uniformen besonders. Die Leiter des Ensembles „Scholares Minores pro musiqua antiqua“, Prof. Witold und Danuta Danielewicz wurden zu Ehrenmitgliedern der Stadtkapelle Groß-Siegharts ernannt. Eine stilvolle Ehrenurkunde wurde ihnen feierlich überreicht. Diese hängt in einem repräsentativen Raum, im sogenannten „Bischofssaal“ des Schlosses Kraczewice. Den Höhepunkt des Orchesters bildete der Radetzky-Marsch, der von Prof. Witold Danielewicz dirigiert wurde. Die Musiker aus Groß-Siegharts konnten vier Tage in äußerst gastfreundlicher und herzlicher Atmosphäre verbringen. Bei diesem musikalischen „Fest der Freundschaft“ erfuhren wir auch am eigenen Leib, dass die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft kein leeres Gerede ist!
Spanischer Liederabend im Arkadenhof von Schloss Groß-Siegharts am Samstag, 29.08.1992
Mit spanischen Klängen verzauberten Maria Theresa Vert aus Katalonien und der Groß-Sieghartser Musiklehrer Wolfgang Schmidt das Publikum beim „Spanischen Liederabend“ im Schlosshof mit faszinierenden, fremdländischen Rhythmen mit einem geheimnisvollen arabisch-andalusischen Schleier, vorgetragen von einer wunderschönen Sopranstimme mit einfühlsamer Gitarrenbegleitung. Der ansprechende, äußere Rahmen des Schlossarkadenhofes, südliche Temperaturen und die beeindruckenden Darbietungen der beiden jungen Künstler ließen diesen Abend für die Dabeigewesenen zu einem unvergesslichen Kulturerlebnis werden.
1992- Ein glückliches Jahr
Im Rahmen einer sehr persönlichen Trauungszeremonie gaben einander Mag. Krzysztof Brzezinski und Marta Mickiewicz vor dem Standesbeamten Willibald Roman am 25.07.1992 das Jawort. Die kirchliche Trauung fand in Poniatowa am 22.08.1992 statt. Die beiden Hochzeitsfeierlichkeiten in Österreich und in Polen waren stilvoll und entsprechend auch musikalisch umrahmt. Die Groß-Sieghartser und Bewohner von Poniatowa sind zahlreich erschienen, um dem Ehepaar herzlich zu gratulieren. Eine sehr private Angelegenheit wurde zu einem internationalen Fest (auch die Gäste aus Amerika waren anwesend) des gegenseitigen Verstehens, bei dem auch die Sitten der Länder Österreich und Polen (Tänze, Lieder, Spiele etc.) vorgestellt wurden.
Fest der Musik im Bandlkramerlandl Groß-Siegharts
Zwei Jubiläen „65 Jahre Stadtkapelle Groß-Siegharts“ und „5 Jahre neue Musikschule“ gaben Anlass zu dieser Veranstaltung am Samstag, den 2.Oktober 1993. Bereits um 14 Uhr begann dieses Fest mit einem bunt gemischten „Musikmarsch“ durch die Stadt mit der Stadtkapelle der Musikschule sowie den Kindern von „Scholares Minores pro Musica Antiqua“ und der Volksschule Dietmanns. Eine Fotoausstellung ganz besonderer Art ergänzte die Vielfalt dieses Festprogrammes. Als besonderer Höhepunkt konnte zweifellos das Festkonzert um 19:30 Uhr im Stadtsaal angesehen werden. Gestaltet wurde das Programm von dem international bekannten polnischen Ensemble der alten Musik „Scholares Minores pro Musica Antiqua“, dem „Albert Reiter Chor“ aus Waidhofen a.d. Thaya und der Stadtkapelle Groß-Siegharts. Diesmal hatten auch Prof. Witold und Danuta Danielewicz, sowie die polnischen Kinder ihr Jubiläum. Die 50. Auslandsreise und die dritte nach Groß-Siegharts. Anschließend soll noch ein Ausschnitt des Zeitungsartikels von Traude Walek-Doby zitiert werden: „Ganz groß in Form zeigte sich die Stadtkapelle unter der Leitung von Mag. Krzysztof Brzezinski, der diese Tätigkeit mit viel Elan ehrenamtlich wahrnimmt. 1988 wurde die Musikschule sowie die Stadtkapelle von ihm übernommen und seither weht ein besonderer musikalischer Wind durch Siegharts. Im Hinblick auf diese Jubiläen machte sich Direktor Reinhold Weikertschläger vor drei Jahren an die Arbeit und konnte nun den farbigen Bildband „Stadtkapelle Groß Siegharts – einst und jetzt“ herausbringen – eine weitere Aufwertung der Festlichkeit, die man wahrlich international nennen durfte: auch die Partnerstadt Dacice feierte mit. Besonders eindrucksvoll wurde schließlich noch das Erntedankfest am Sonntag gefeiert. Die gehobene Stimmung dieser Tage war rundum berechtigt, denn nicht so sehr wie viele Jahre man schon bestand, sondern womit diese Jahre gefüllt waren, sind des Feierns wert gewesen.“ 7
Konzertreise war ein Erlebnis
Eine fünftätige Konzertreise nach Polen im Mai 1994 unternahmen Stadtkapelle und Concert-Band der Musikschule Groß-Siegharts. 30 Kinder und 40 Erwachsene nahmen an dieser Reise teil. Bereits am ersten Tag wurden 800 Kilometer zurückgelegt, bis man am südöstlichsten Zipfel Polens zur Grenze mit der Slowakei und Ukraine in den Waldkarpaten angelangt war. Erste Höhepunkte: Die landschaftlich besonders reizvolle Gegend mit Wölfen und Bären, die orthodoxen Holzkirchen, riesige Schafsherden, sowie Hirten und ihre Behausungen. Nächstes Reiseziel waren Poniatowa und unsere Freunde. Am Pfingstsonntag spielte die Stadtkapelle Groß-Siegharts anlässlich der Firmung die Marschmusik vor der Stadtpfarrkirche. Besonders herzlich wurden die Groß-Sieghartser in der Renaissancekünstlerstadt Kazimierz empfangen, einer wunderschönen Stadt an der Weichsel. Als wir u.a. den Radetzymarsch am Marktplatz spielten, flossen die Tränen bei einigen alten Polen und alte Erinnerungen sind wach geworden. Ein prägendes Erlebnis wurde der Abend im Schlosspark von Kraczewice bei Musik, Tanz, Folklore aus den beiden Ländern und Lagerfeuerromantik. Höhepunkt dieser Reise war ein gemeinsames Konzert con Concert-Band der Musikschule Groß-Siegharts und der Stadtkapelle in der Aula des Gymnasiums in Poniatowa, bei dem neben den Groß-Sieghartser Klangkörpern auch polnische Jugendliche gekonnt musizierten. 70 Reisende konnten während dieser Reise die landschaftliche Schönheit und Vielfalt von Polen kennen lernen und durften wieder einmal die polnische Gastfreundschaft in ihren Gastfamilien genießen. Apropos polnische Gastfreundschaft! An dieser Stelle soll ein Erlebnis einer Groß-Sieghartser Familie angeführt werden: „/.../ Ein Erlebnis, das mich persönlich besonders geprägt hat, war folgendes: Mein Freund Krzysztof lud mich und meine ganze Familie – immerhin waren wir 6 Personen – zu sich nach Polen ein. Wir sollten bei ihm in seinem Elternhaus wohnen. Dieses Haus wurde allerdings gerade umgebaut und er selbst war vom wahren Zustand des Hauses sichtlich überrascht. Ein Wohnen auf der Baustelle schien ihm unzumutbar für uns. Wir wollten ein Hotel beziehen, aber wir hatten nicht mit der polnischen Gastfreundschaft gerechnet. Magister Brzezinski marschierte kurzerhand mit uns ein paar Häuser weiter zu einem ihm bekannten Ehepaar. Man sprach zwei, drei Sätze, die wir nicht verstanden. Das Ergebnis dieser kurzen Unterhaltung war folgendes: Der polnische Hausherr kam auf mich zu, umarmte mich und sprach in ziemlich gutem Deutsch: „Mein Haus ist Dein Haus!“ und überreichte mir den Hausschlüssel. Dieses Erlebnis werden wir – meine Familie und ich – wohl nie vergessen. Ob dies heutzutage mit umgekehrten Vorzeichen auch möglich wäre? /.../.8
Musikschule Lublin (Polen) und Concert-Band Groß-Siegharts begeisterten
Ein Spiel der Kontraste brachte das gemeinsame Konzert der Musikschule Lublin und der Concert-Band der Musikschule Groß-Siegharts am 9.Juni 1995 im Stadtsaal. Der erste Teil des Abends, welcher von der Konzertband von Hans Schwarz bestritten wurde, brachte Melodien von Glenn Miller. Auf dem Programm standen u.a. „St. Loius Blues&March“ und der „Chattanooga Choo Choo“. Als Kontrast zum ersten Teil zeigte das Kammerorchester der staatlichen Musikschule Lublin unter der Leitung von Mag. Iwona Borcuch mit dem Konzert in d-Moll von J.S. Bach ihr Können. Für das „Thema mit Variationen“ für Posaune und Orchester von Balys Dvarionas, einem litauischen Komponisten griff der Leiter der Musikschule Mag. Krzysztof Brzezinski als Solist zur Posaune und gewann einen großen Beifall. Auch die heilige Messe am Sonntag wurde in beeindruckender Weise durch das Kammerorchester aus Lublin musikalisch umrahmt. Die Jugend aus Österreich und Polen hatte einmal mehr die Gelegenheit Meinungen auszutauschen. In den Gastfamilien gab es auch die Gelegenheit über die Unterrichtsmethoden in den Pflicht- und Musikschulen zu diskutieren. Unter den prominenten Gästen befand sich auch Frau Direktor Prof. Honorata Pukos und Prof. Zdzislaw Szymajda aus Lublin.
Ausverkaufte Neujahrskonzerte der Stadtkapelle Groß-Siegharts
Wohl kaum etwas in der Region ist von der Bevölkerung so gut angenommen und so schnell zur Tradition geworden, wie die Neujahrskonzerte der Stadtkapelle Groß-Siegharts. Seit 1. Jänner 1994 organisierte ich damals die Neujahrskonzerte als einziger Veranstalter im ganzen Waldviertel. Heutzutage pflegen viele andere Vereine der Region diese Neujahrstradition. Ich versuchte auch immer wieder Gruppen und Künstler aus den verschiedenen Ländern zu uns einzuladen unter dem Motto „Musik verbindet“ wirkliches Leben einzuhauchen. Ein Debüt im Ausland in Groß-Siegharts gab u.a. einer der besten polnischen Trompeter Piotr Bugaj, derzeit Breslauer Philharmoniker und Mitglied des weltberühmten Kammerorchesters Sinfonia Varsovia. Auch Quintett „Concertino“ der Warschauer Kammeroper, Blechbläserquartett und Holzbläserquintett der Musikuniversität in Breslau (Wroclaw) wirkten mit einem sehr hohen Niveau mit. Die großen Erwartungen des Publikums –waren doch oft schon seit Wochen die Karten restlos ausverkauft- bestätigten sich voll und ganz. Die Programme der Neujahrskonzerte waren immer heiter, anspruchsvoll, die musikalischen Darbietungen beschwingt und ausdrucksstark. Die Musik aus aller Welt, die bei Neujahrskonzerten geboten wird, versammelt in Groß-Siegharts Politiker, Diplomaten sowie Publikum von weit und breit.
Musik öffnet die Herzen für Gott
Piotr Bugaj (Preisträger eines internationalen Wettbewerbes), Marcin Swirski (beide Trompeter), Adam Golemberski (Waldhorn), Ernest Malik (Posaune, Orgel) und Studenten der Musikuniversität in Breslau gestalteten musikalisch am Sonntag, 28. April 1996 die heilige Messe um 9:30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Groß-Siegharts. Die Solisten spielten die Werke von Purcell, Palestrina, Pergolesi, Bach, Mozart und Gabrieli mit großer Virtuosität. Höhepunkt war sicher das „Ave Maria“ von Bach- Gounod, während das „Alleluja“ von Mozart eine etwas atemlose Interpretation war. Ich studierte selbst einige Semester an der Breslauer Musikuniversität und die Tatsache, dass auch der Dekan, ehemaliger Prorektor dieser Universität und mein Lehrer, sowie Freund Univ.Prof. Doz. Wilhelm Krzystek nach Groß-Siegharts kam, war für mich eine besondere Freude und Ehre. Mit dem niveauvollen Bleckbläserquartett haben wir in der Volks- und Hauptschule Groß-Siegharts, sowie in der Volksschule Dietmanns kleine Konzerte veranstaltet, bei welchen die Kinder auch die Möglichkeit hatten, sämtliche Instrumente selbst auszuporbieren.
Die gleichen vier hochbegabten Bläser aus Breslau gastierten auch beim vierten Neujahrskonzert der Stadtkapelle Groß-Siegharts am 01.01.1997. Das Blechbläserquartett war das Tüpfelchen auf dem i und beim „Karneval in Venedig“ mit den Trompetensoli von Piotr Bugaj (1996 zum besten Trompeter Polens erkoren) und Marcin Swirski handelte sich um eine österreichische Erstaufführung – der eindeutige musikalische Höhepunkt vor der Pause. „/.../ Mit der „Tritsch-Tratsch-Polka“, „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß sowie dem „Can Can“ von Jacques Offenbach bewiesen die Musiker aus Polen, dass diese Musik auch dann wunderbar klingt, wenn sie „nur“ von einem Blechbläserquartett dargeboten wird“.9
Am Sonntag, den 29.12.1996 um 9:30 Uhr gestalteten die polnischen Studenten musikalisch die heilige Messe in der Stadtpfarrkirche Groß-Siegharts, die ein wunderbares Erlebnis darstellte. Am gleichen Tag, im Gemeinderatssitzungssaal, traten die Studenten bei einer Zusammenkunft der Musiker der Stadtkapelle und Musikschule Groß-Siegharts auf und nebst den solistischen und kammermusikalischen Werkaufführungen, erläuterten sie diverse Atem- und Spieltechniken.
Stadtkapelle Groß-Siegharts als musikalischer Botschafter Österreichs in Malta
Unter dem Moto „Musik verbindet“ reisten vom 13. bis 18. Juni 1997 60 Personen aus Groß-Siegharts nach Malta, wo wir als Gäste der „Banda Lily“ am jährlichen Festival in Mqabba teilnahmen. Die Entstehungsgeschichte der Einladung auf die Mittelmeerinsel ist kurios: 1983 war ich gemeinsam mit meinem oberösterreichischen Freund auf einer Europareise. Malta war auch unter anderem am Programm. Als wir nach einer abenteuerlichen Reise endlich mit der Fähre die traumhafte Insel erreichten, warteten auf uns in La Valetta die maltesischen Freunde von Franz. Es war dabei auch die hübsche Connie, die bald zur Frau vor Franz wurde und sich in Oberösterreich niedergelassen hat. Dies war eine wunderschöne und unvergessliche Reise. Nach einigen Jahren waren Franz und Connie bei uns in Groß-Siegharts zu Besuch und konnten mit anderen maltesischen Freunden unser Groß-Sieghartser Neujahrskonzert sehen. Franz ist Ehrenkapellmeister von Malta und kennt viele Musiker dort. So wurden die Beziehungen zur kleinen Mittelmeerinsel aufgefrischt und eine Einladung zum Fest folgte. Dieses Fest findet zu Ehren der Schutzheiligen „Madonna der Lilie“ des Ortes statt und dauert rund eine Woche. Ein großer Umzug mit stundenlangem Feuerwerk ist der Höhepunkt. Im Rahmen des Festes konzentrierte die Stadtkapelle Groß-Siegharts auf einer großzügigen Freiluftbühne, die mit geschnitzten Figuren von Komponisten aus aller Welt geschmückt war. Dem Aufenthalt der österreichischen Musikkapelle wurde große Aufmerksamkeit entgegengebracht. Im Fernsehen waren täglich Berichte von den Österreichern zu sehen, die Zeitungen berichteten ebenfalls über uns. Höhepunkt war sicherlich ein Besuch des Präsidentenpalastes in La Valetta, bei dem die Funktionäre der Stadtkapelle auch vom maltesischen Staatspräsidenten Dr. Ugo Mifsud Bonnici empfangen wurden. Auch ein Empfang beim Bürgermeister von La Valetta, sowie bei dem Minister für Außenangelegenheiten standen auf dem Programm. Ein Freundschaftsbaum wurde gepflanzt und ein Kooperationsabkommen zwischen den beiden Musikkapellen wurde unterzeichnet. Natürlich durften die Besichtigungen der Insel sowie der beeindruckenden Nachbarinsel Gozo am Programm nicht fehlen. So berichtete eine der vielen Zeitungen über die Maltareise: „Die Bemühungen haben sich gelohnt. Denn nicht nur national, sondern auch international genießt die Stadtkapelle Groß-Siegharts einen hervorragenden Ruf - mehrere Konzertreisen ins Ausland sind ein Zeichen dafür. So kommt es nicht selten vor, dass die Musikkapelle im Ausland als „Botschafter Österreichs“ fungiert. Letztes Jahr beispielsweise war sie auf der kleinen Mittelmeerinsel Malta, wo die Groß-Sieghartser auch einige Freundschaften schließen konnten. /.../“
Stadtkapelle Groß-Siegharts auf dem diplomatischen Parkett
Am 17 Mai 1998 auf Einladung des polnischen Botschafters Prof. Dr. Jerzy Barcz spielten sich die Groß-Sieghartser Musiker in die Herzen ca. 300 geladener Persönlichkeiten zum Fest in der Botschaft in Wien. Am Vormittag umrahmte die Stadtkapelle Groß-Siegharts die heilige Messe auf dem Kahlenberg, die vom Rektor Kanonikus Jerzy Smolinski sehr persönlich zelebriert wurde. Zum Schluss der Messe erklinge die polnische Nationalhymne und die österreichische Bundeshymne, die in der berstend vollen Kirche enthusiastisch aufgenommen wurden.
Der überraschende Besuch des „Akademischen Chores“ aus Warschau am 27.12.1998
Kurz vor Weihnachten rief mich Frau Andrea Brzoza, eine Mitarbeiterin des österreichischen Kulturinstitutes in Warschau, an, deren Sohn ich zufällig auf der Zugreise nach Polen vor einigen Jahren kennerlernte. Sie bat mich für den Universitätschor (unter der Leitung von Prof. Michal Dabrowski, einem hervorragenden Organisten und Dirigenten der Heiligenkreuzkirche in Warschau, wo das Herz Fryderyk Chopins beigesetzt wurde) die Übernachtung für die Mitglieder des Chores zu organisieren. Frau Brzoza erzählte mir am Telefon, dass der Chor eine Audienz beim heiligen Papst absolvieren soll, und der direkte Weg nach Rom ohne Übernachtung einfach für die Leute unerträglich wäre. Sie bot für die Übernachtung ein herrliches Weihnachtskonzert des Chores an. Zum Nachdenken gab es nicht viel Zeit. Sofort sagte ich meine Hilfe zu und durch diese spontane Entscheidung schenkten uns die polnischen Studenten aus Warschau einen der unvergesslichsten Abende in der Geschichte der Kirchenkonzerte von Groß-Siegharts.
Sogar der National- und Meisterchor „Raniza“ aus Minsk in Weißrussland war mehrmals in der Bandlkramerstadt Groß-Siegharts zu Gast!
Franz Müller in Kritzeldorf bei Klosterneuburg (Besitzer einer Textilfirma) ist in Österreich dafür bekannt, dass er viele karitative Initiativen finanziell unterstützt. Auch diesen Chor lud Franz Müller nach Österreich ein und deswegen war es auch möglich, diese Engelsstimmen für Groß-Siegharts zu gewinnen. Am Freitag, den 23. April. 1999 beeindruckte der 37- köpfige Mädchenchor (zwischen 14 und 22 Jahre alt) unter der Leitung von Prof. Viktor Maslennikov das Publikum in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche. Der Chor begeisterte die Zuhörer bei uns durch den schönen, tragenden Klang, die Reinheit des Gesanges, höchste Präzision und die große Ausdrucksfähigkeit. Ein vielseitiges Programm wurde auf der höchsten Kunststufe zum Gehör gebracht, sodass es nicht nur bei einer Zugabe blieb.
Auch am 30 September 2000 besuchten die musikalischen Botschafter aus Minsk im Rahmen ihrer Europatournee das Bandlkramerlandl. Diesmal im Stadtsaal Groß-Siegharts; unter zahlreichen Ehrengästen gaben die Mädchen ein vielseitiges und niveauvolles Konzert. Am Sonntag, den 1 Oktober gestaltete „Raniza“ den Erntedankgottesdienst in der Stadtpfarrkirche Groß-Siegharts und erschien in einer weißrussischen Volkstracht. Der letzte Auftritt von „Raniza“ am 15 Dezember 2002 „Woatn auf Weihnochtn“ gefiel den Groß-Sieghartsern besonders.
Ehrung des im Waldviertel tätigen Musikschulleiters und Stadtkapellmeisters Mag. Krzysztof Brzezinski durch die Republik Polen
Eine ganz hohe und seltene Ehre wurde mir am 11.02.2000 in Wien in der polnischen Botschaft zuteil. Charge d’affaires a.i. Marek Rzeszotarski überreichte mir im Namen des polnischen Präsidenten der Republik das „Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen“. An den Feierlichkeiten nahmen der polnische Wirtschaftsminister, Diplomaten, die politischen Vertreter der Stadtgemeinde Groß-Siegharts an der Spitze mit Herrn Bürgermeister Präsident Anton Koczur, Vertreter des Kulturlebens Österreichs, Vertreter des Musiklebens der Auslandspolen aus Wien, polnische Vereine und Organisationen sowie die Ehrenkonsuln aus Graz, Innsbruck und Salzbug teil. Die Laudatio hielt Direktor Reinhold Weikertschläger. Die Feier wurde durch das Konzert der Groß-Sieghartser Musiker bereichert. Bei dem Buffet konnten sich die zahlreich erschienenen Gäste gut und lange unterhalten.
Die „Banda Lily“ aus Malta kam auf Gegenbesuch nach Groß-Siegharts vom 13. bis 20. 09 2000
62 Personen aus Malta verbrachten eine interessante Woche als Gäste der Stadtkapelle Groß-Siegharts. Das Programm begann mit Wienbesichtigungen, dann folgten Rundfahrten durch das Waldviertel, das Weinviertel und das Salzkammergut. Bürgermeister Anton Koczur empfing die Gäste im Schloss Groß-Siegharts am 16. September und am Nachmittag spielten die Malteser ein Ständchen für den Bezirkshauptmann Dr. Gerhard Proißl. Auch der maltesische Botschafter aus Wien kam zum gemeinsamen Freundschaftskonzert der „Banda Lily“ und der Stadtkapelle Groß-Siegharts. Es erklinge ein internationales, völkerverbindendes Programm, sowie Musik aus Malta und Österreich. Am Sonntag gestalteten beide Orchester gemeinsam die heilige Messe in der Stadtpfarrkirche Groß-Siegharts. Am Nachmittag empfing uns in sehr persönlichem Stile die Botschafterin der Republik Polen Univ.Prof. Dr. Irena Lipowicz in Wien. Im Brigittenauer Stadion durften die beiden Blaskapellen vor ca. 3000 Besuchern spielen. Empfänge bei Bischof Kurt Krenn und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am 19.09.2000 bildeten den Abschluss des umfangreichen Besuchsprogramms. So schrieb der Bürgermeister Anton Koczur im Kulturbrief der Stadtgemeinde Groß-Siegharts: „/.../ Die zahlreichen offiziellen Anlässe beim österreichischen Bundesheer, der Stadt, beim Bezirkshauptmann, dem Landeshauptmann, dem auch ein Wort des Dankes für die finanzielle Unterstützung gilt, sowie beim Diözesanbischof und den Botschaften Maltas und Polens waren dem Image unserer Stadt sicher sehr zuträglich- die Konzerte dieses Klangkörpers außerdem ein beeindruckendes Erlebnis /.../“10
Diverse gemeinsame Aktivitäten unter Beteiligung unserer Musikfreunde aus dem Ausland
Auch viele kleinere Musikaktivitäten begleiteten unsere Veranstaltungen im Jahreskreise. Bei dem traditionellen Weihnachtsmarkt, der vom 8 bis 10 Dezember 2000 stattfand, nebst dem Turmblasen der Stadtkapelle und dem Auftritt des Kinderchores Groß-Siegharts sorgte auch die Blechkammermusik der Musikschule Dacice für musikalische Unterhaltung. Einige Male trat auch die Jugendblaskapelle aus Dacice mit großem Erfolg in Groß-Siegharts auf. Auch die heiligen Messen in der Kirche Groß-Siegharts wurden musikalisch durch die Freunde aus Tschechien bestritten. Am 23. November 2002 ging im Vereinshaus Groß-Siegharts die Generalversammlung des Reisesparvereines „Heimat-Europa“ über die Bühne. Für die kommende Reisesaison sollte eine „Polenreise der besonderen Art“ gestaltet werden. Aus diesem Grund war beim Familientreffen eine polnische Musikgruppe „Male Podhale“ aus dem Tatragebirge anwesend, die dem Publikum in Originaltrachten typische Folklore aus dem Gebiet der Tatra und Zakopane präsentierte. Am 24. November 2002 sorgte „Male Podhale“ für die Untermalung der „Familienmesse“ und gab zum Abschluss noch einige Beispiele ihres Könnens. Diese namhafte polnische Gruppe konnte ich durch die Empfehlung des Gesandten Marek Rzeszotarski gewinnen. Auch die musikalischen Kinder aus verstrahlten Gebieten Weißrusslands lud ich im Juni 2003 zu einem Ausflug nach Groß-Siegharts ein. Wir besichtigten die Musikschule, und musizierten zusammen. Vom Kinderfest im Stadtpark durch den „Verein Miteinander“ organisiert, sowie von der Ruine Kollmitzgraben waren die lieben Kinder aus Gomel- Umgebung hochbegeistert. Eine ganz besondere „musikalische“ Reise erlebten die Mitglieder des Reisesparvereines „Heimat-Europa“, die an der zehntätigen Polenreise Anfang Juni 2003 teilnahmen. Mehr darüber im Anhang.
Österreichisch- deutsches – holländisches – ukrainisches – tschechisches- polnisches Treffen bei dem Jubiläum „25 Jahre Stieglitze (Szczygielki)“ in Poniatowa
Auf Einladung der Leitung des Chores „Stieglitze“ von Prof. Witold und Danuta Danielewicz sowie des Bürgermeisters von Poniatowa Dipl. Ing. Kazimierz Pidek fuhr die Stadtdelegation Groß-Siegharts mit Herrn Bürgermeister Anton Koczur an der Spitze im Juni 2000 zum 25. Jubiläum der „Stieglitze“. So beschrieb „Opolska Gazeta Powiatowa“ dieses Weltereignis: „/.../ Erstaunlich war das Jubiläumskonzert anlässlich „25 Jahre Stieglitze“, das am 3 Juni 2000 in der Aula des Gymnasiums in Poniatowa stattfand. Auf der Bühne traten insgesamt über 300 Mädchen und Jungen auf. Nebst „Stieglitze“, „Scholares Minores pro Musica Antiqua“ und den „Starren“ konnten wir die befreundeten Chöre aus Halle (Deutschland) und Pilzen (Tschechien) bewundern. Beachtenswert war die Interpretation des Liedes in der polnischen Sprache „Kukuleczka kuka“, das die jungen Deutschen sangen. Der Chor aus Halle widmete auch ein spezielles Werk den Gründern der Ensembles aus Poniatowa Danuta & Witold Danielewicz.“ Diese Reise und diese Erlebnisse gehören zu den schönsten in meinem Leben.
„La Donna in Musica“ von 08. bis 10. Juni 2001
Das im Jahr 2000 gestartete Musikfestival „La Donna in Musica“ setzt einen betont weiblichen Akzent in der österreichischen Festivallandschaft. Im Sinne grenzüberschreitender Aktivitäten und der Vertiefung nachbarschaftlicher Beziehungen brachte der polnische Kinderchor aus Poniatowa „Szczygielki- Stieglitze“, das Ensemble der alten Musik „Scholares Minores pro Musica Antiqua“ und die Stadtkapelle Groß-Siegharts das Auftragswerk einer jungen polnischen Komponistin Joanna Garbacz zur Aufführung. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Eine musikalische Anbandelei“, die für das Blasorchester Groß-Siegharts in zweifacher Hinsicht eine „Anbandelei“ war. Zum Einen fand das Konzert mit den polnischen Kindern statt, zum Anderen „bandelte“ die Stadtkapelle mit Joanna Garbacz an, die das komponierte Auftragswerk „Ave Regina Caelorum“ zur Uraufführung als Dirigentin brachte.
Partnerschaft mit Poniatowa unterzeichnet
Mit der Unterzeichnung der Urkunden im festlichen Rahmen des Gemeinderatssitzungssaales wurde am 9 Juni 2001 die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Groß-Siegharts und der 10.000 Einwohner zählenden Stadt Poniatowa begründet. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch die Stadtkapelle und die polnische Gruppe „Scholares Minores pro Musica Antiqua“. Festakt mit großer Besetzung: Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Groß-Siegharts kam die Botschafterin der Republik Polen in Österreich Univ. Prof. Dr. Irena Lipowicz auf Besuch. Es war nicht leicht die Frau Botschafterin für diesen Tag zu gewinnen, obwohl ich schon Monate lang davor Gespräche diesbezüglich führte. An diesem Tag hatte Frau Lipowicz Geburtstag und es stand ein Besuch in Salzburg am Diplomatenprogramm. Schließlich hörten wir als Belohung für unsere Mühe die Dankesworte der Frau Botschafterin und eine Feststellung: „Dies war der schönste Geburtstag in meinem Leben!“ Ich hatte eine schwere Aufgabe erstmalig in meinem Leben eine su große Abordnung der polnischen Diplomaten zu empfangen und ein Protokoll sorgfältig, sowie schriftlich zu erstellen. Gemeinsam mit Konsul Stanislaw Szypulski waren wir zuständig für die Koordination des Besuches. Viele nette Überraschungen und Momente erlebte die Prominenz, die von ganz Österreich und Polen nach Groß-Siegharts eilte. Die Krönung des erlebnisvollen Tages war „Eine musikalische Anbandelei“ im Rahmen des Festivals „La Donna in musica“, ein gemeinsames Konzert der Kinder aus Poniatowa und der Stadtkapelle Groß-Siegharts mit einer anschließenden Feier für alle Beteiligten. Anbei einige Zitate aus der Presse: „/.../ Es ist die unsichtbare Kraft der Menschen, die Weltgeschichte macht. Die EU Erweiterung ist eine Chance und nicht, wie von vielen befürchtet, eine Serie von Problemen“, so Lipowicz. /.../ „Es gibt kein größeres Friedensprojekt, als die Europäische Union. Es freut uns, dass wir mit unserer Städtepartnerschaft eine Vorreiterrolle innerhalb der EU übernehmen. Wir wollen unsere Freunde auf dem Weg in die Europäische Union begleiten“, so Koczur weiter. /.../11
Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Städtepartnerschaft mit Poniatowa zum erst zweiten Mal in der Geschichte der beiden Staaten Österreich und Polen erreicht werden konnte!
„/.../ Die Partnerschaft zwischen Groß-Siegharts und Poniatowa war vor allem für Mag. Krzysztof Brzezinski ein Anliegen, für das er sich jahrelang eingesetzt hatte. Dieser Einsatz wurde von allen Referenten gewürdigt. Kein Wunder also, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten unter dem Motto „Kultur verbindet“ stehen soll (Daniel Lohninger).12
40-jähriges Stadtjubiläum in Poniatowa (9. bis 12. Mai 2002)
Dieser völkerverbindenden, wunderbaren Reise der Stadtkapelle Groß-Siegharts, sowie der Gemeindevertretung, wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Zahlreiche Berichte entstanden und begeistert äußerten sich viele Teilnehmer dieses Geschehens. Im Anhang finden Sie interessante Berichte von Thomas Weikertschläger: „Musik verbindet“ und „Unsere Partnerstadt stellt sich vor“. Auch die Gedanken von Tobias Kretschmer, des Schulsprechers des Gymnasiums Waidhofen a.d. Thaya „Reise in den Ostblock?“ möchte ich Ihnen wärmstens empfehlen (siehe Anhang!).
15 Jahre Musikschule Groß-Siegharts13
15 Jahre Musikschule Groß-Siegharts am 23. März 2003 war ein Paukenschlag mit einem absoluten Höhepunkt meines ehemaligen Schulfreundes aus der Wieniawski - Stadt Lublin. Univ. Prof. Edward Zienkowski von der Musikuniversität Wien überraschte mich mit dem spontanen Besuch und dem phantastischen Vortrag auf der Geige in charmanter Begleitung seiner Frau Anna. Auch bei diesem Konzert versammelte sich das Publikum aus Österreich, Tschechien und Polen. Zahlreiche Ehrengäste wie beispielsweise Msgr. Prof. Dr. Bonifacy Miazek und Botschaftsrat Jacek Grabowski, waren der Einladung nach Groß-Siegharts gefolgt.
Besuch bei Nachbarn im Zeichen der Musik
Das siebenköpfige Lehrerteam der Musikschule Groß-Siegharts unternahm am 30. September 2003 eine Reise nach Dacice, um der örtlichen Musikschule einen Besuch abzustatten. Anlass dafür war nicht nur der Wunsch, Kontakte zu Kollegen des Nachbarlandes zu knüpfen, sondern auch die langjährige Partnerschaft zwischen Groß-Siegharts und der etwa 8.000 Einwohner zählenden Grenzstadt. Die Besichtigung, der im Jahr 2000 neu errichteten Musikschule löste bei den Groß-Sieghartser Lehrern Begeisterung aus: Das Gebäude lädt mit seiner freundlichen und inspirierenden Atmosphäre zum Verweilen ein, die helle Aula bietet genug Raum für kleinere Veranstaltungen. Der noch aus kommunistischen Zeiten stammende Konzertsaal fasst zahlreiches Publikum. Doch nicht nur der Musik, sondern auch den bildenden Künsten ist das Haus gewidmet. 150 von insgesamt 500 Schülern aus Dacice und den umliegenden Gemeinden besuchen eben diesen Kunstunterreicht. Über Kooperationen der beiden Musikschulen wurde viel gesprochen.
Am 4. November 2003 erwiderten die tschechischen Kollegen die Visite in Groß-Siegharts, um die völkerverbindende Zusammenarbeit und die gemeinsamen Konzerte zu planen:
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29. Februar 2004, 17:00: Lehrerkonzert in Dacice
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28. März 2004, 17:00: Konzert in Slavonice
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7. November 2004, 17:00: Konzert in Groß-Siegharts.
Kapellmeister Mag. Krzysztof Brzezinski und die Stadtkapelle Groß-Siegharts ernteten großen Applaus in Berlin und Guben
Auf Einladung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, sowie der Polnischen Botschaft in Berlin, kam zwischen 29. August und 1. September 2003 eine Tournee zustande unter dem Motto „Europa trifft sich in Berlin.“ Über diese außergewöhnliche Reise wurde auch von Thomas Weikertschläger ausführlich berichtet und ich bitte Sie von Anhand dieser Arbeit Gebrauch zu machen (mehr unter www.austriapol.com/index_austriapol_dialog.htm).
75 Jahre Stadtgemeinde Groß-Siegharts – „Wir feiern grenzenlos“!
„Wir feiern grenzenlos“ war ein Fest am 20. September 2003, bei dem die Partnergemeinden beachtliche kulturelle Beiträge gestalteten, und mit den örtlichen Programmdarbietungen ein harmonisches Ganzes entstand. Durch die Einladung der Musik- und Volkstanzgruppen der Partnerstädte Gaming NÖ, aber vor allem Dacice (CZ) und Poniatowa (PL), signalisierte die Stadt das grenzüberschreitende Gemeinschaftsdenken. Der Bürgermeister, Präsident Anton Koczur freute sich über viele prominente Gäste. Für mich war dieser Tag einmal mehr eine Bestätigung dafür, dass man ohne Musik und Tanz keine Feste feiern kann! (mehr unter www.austriapol.com/index_austriapol_dialog.htm)
Das III. internationale Posaunenfestival in Warschau
Ganz besonders freute ich mich über die Einladung zum dritten internationalen Posaunenfestival in Warschau, das zwischen dem 23. und 28. Juni 2003 an der Warschauer Fryderyk Chopin- Musikuniversität abgehalten wurde. Univ. Prof. Doz. Roman Siwek, der berühmteste polnische Pädagoge und Posaunenvirtuose war von meiner Diplomarbeit „Zur Literatur für Tenorposaunen“ so begeistert, dass er mich sofort für zwei Vorlesungen im Rahmen dieses prominenten Festivals einlud. Am 27.06.2003 hielt ich im K. Szymanowski-Auditorium der Warschauer Musikuniversität ein Referat zum Thema „Die Komponisten der Posaunenliteratur bekannt aber anonym in der Musikgeschichte.“ Am nächsten Tag sprach ich zum Thema „Die Ausbildung der Posaunisten in Österreich und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.“ Beide 90-minütige Referate übertrafen auch meine Erwartungen. Unvergesslich bleiben mir in Erinnerung die Dankesworte von Prof. Roman Siwek, der plötzlich keine Stimme mehr herausbrachte und aus Berührung weinte ...
Nebst namhafter Persönlichkeiten der Posaunenwelt als Star trat mit einem Recital auch James Thomas Miller, Soloposaunist der Los Angeles Philharmonie auf. Man hat viele junge Talente bei diesem Wettbewerb entdecken können. Die musikalischen Leistungen waren großartig.
Musik verbindet Nationen: Die künstlerische Gestalt von Mag. Krzysztof Brzezinski, einem Botschafter der österreichischen und polnischen Kultur
Am 6 März 2004 im Sobieski- Saal der Ponischen Akademie der Wissenschaften gab es ein Fest mit und für Krzysztof Brzezinski. Mehr Informationen finden Sie im Anhang beziehungsweise unter http://www.austriapol.com/index_austriapol_dialog.htm
Europa – das sind wir, eine glückliche Welt mit der Musik
Unter diesem Motto fand am 28 und 29 Mai 2004 in Glatz (Klodzko) in den Polnischen Sudeten (Tischberge) in der Nähe von Bad Reinerz, Bad Landeck, Bad Altheide, ein Treffen der jungen Europäer- Schüler und Schülerinnen der polnischen Musikschule unter dem Ehrenschutz von Magdalena Banas, einer Abgeordneten des polnischen Parlamentes statt. Auch ich war zu diesem Fest eingeladen. Zum Abschluss dieser zweitägigen Veranstaltung referierte ich in einem Vortrag über das österreichische Musikschulwesen. Die Jugend, Kinder und Musikpädagogen aus diversen Regionen Polens hörten mit großem Interesse zu. Auch die Informationen über die Sieghartser Musikschule und Bandkramerstadt Groß- Siegharts waren für die Zuhörer interessant. An diesen zwei intensiven Tagen wurden außer der Konzerte auch zahlreiche Referate über die Länder der EU vorgetragen. In einer Publikation „Europa – das sind wir, die glückliche Welt mit der Musik“, wurde auch die Heimat Österreich in vielen Kapiteln behandelt und vorgestellt. Nicht nur über österreichische Küche, Kinderspiele, Advent, Weihnachten und Opernball berichten die Verfasser des Buches, sondern auch ausführlich über die Entstehung des schönsten, österreichischen Weihnachtsliedes der Welt „Stille Nacht“ und über die Geschichte Österreichs. Bei einem abschließendem Abendessen mit Spezialitäten aus den Ländern der EU, schmeckten den Polen die österreichischen Weine und die Mozartkugeln aus Salzburg besonders gut. Alles in allem eine gelungene, herrliche und vor allem menschliche Begegnung der Leute, die sich über ein vereintes Europa freuen können.
EU – Beitritt der Republik Polen am 01.05.2004
Anlässlich des EU – Beitrittes der Republik Polen besuchte eine Delegation aus Groß- Siegharts mit dem Amtsdirektor der Stadtgemeinde Franz Schelm die polnische Partnerstadt Poniatowa. Im Rahmen eines Wirtschaftsforums präsentierte Test-Fuchs-Chef Ing. Volker Fuchs aus Groß- Siegharts seine Firma und die im Betrieb hergestellten hochtechnologisierten Produkte in den Bereichen Luft- und Raumfahrt. Der ausgezeichnete Vortrag von Ing. Fuchs weckte großes Interesse unter den anwesenden Offizieren aus Deblin und Swidnik, sodass diese Begegnung weitere Kontakte zu den polnischen, militärischen Luftbetrieben für die Firma Test-Fuchs aus der Stadt Groß- Siegharts ermöglichte. Ich hatte die Gelegenheit im Rahmen dieser Begegnung der Nationen (Polen, Österreich, Deutschland, Litauen) die Kontakte zu den Symphonieorchestern aus Litauen und Berlin zu Knüpfen. Auch bei diesem internationalen Treffen war die Musik ein Bindeglied zur Wirtschaft. Diese Feierlichkeiten fanden ein großes Echo in den polnischen Medien. Stadtrat Herbert Anderle und Stadtamtsdirektor Franz Schelm, als Vertreter der Stadtgemeinde Groß- Siegharts, überreichten am 1. Mai 2004 anlässlich des EU- Beitrittes der Republik Polen an den Bürgermeister der Partnergemeinde Poniatowa Mag. Ing. Zbigniew Kania im Rahmen eines Konzertes im großen Saal der Philharmonie Lublin ein Schnitzwerk, auf welchem die Wappen der beiden Partnerstädte ersichtlich sind.
Freundschaftskonzert mit den Musikschullehrern aus Groß- Siegharts, Slavonice und Dacice
Am 7. November 2004 im Stadtsaal Groß- Siegharts boten die Musikschullehrer aus Dacice, Slavonice und Groß- Siegharts ein einmaliges Musikerlebnis. Zu Beginn durfte ich die Bürgermeister Ing. Maurice Androsch (Groß- Siegharts), Fritz Schuh (Dietmanns), Josef Urban (Slavonice) und Rudolf Hajek (Dacice) begrüßen. Bei diesem Anlass dankte ich besonders dem Altbürgermeister Anton Koczur, der durch sein Engagement gleich nach der Grenzöffnung Kontakte mit Tschechen knüpfte. Wie wichtig den politischen Verantwortungsträgern „ihre“ Musikschule ist, bezeugten alle Bürgermeister durch ihre persönliche Anwesendheit. Die Musikschullehrer boten ein anspruchsvolles Programm mit den Werken von Dvorak, Händel, Bach, Pauer, etc. Am Ende des Freundschaftskonzertes musizierten die Musiklehrer aus Österreich und Tschechien gemeinsam, um die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern zu demonstrieren.
„Dieses Konzert ohne Grenzen soll uns bewusst machen, welche Bedeutung die Vereinigung der europäischen Staaten hat“, sagte ich zum Abschluss.
Der gemischte Chor „Gaudete“ zu Gast in der Stadtpfarrkirche Groß- Siegharts
Der Chor „Gaudete“ unter der Leitung von Mag. Michal Kucharko ist seit 1981 bei der Kirche zur Kreuzerhöhung in Wien tätig und repräsentiert jedes Jahr die polnische Gemeinde unter anderem beim „Sonntag der Nationen“ im Wiener Stephansdom. Der Chor hat sich zum Ziel gesetzt, in Österreich und im Ausland die polnische Tradition und Kultur zu präsentieren. Bei dem Konzert am 5. März 2005 in der Barockkirche Groß- Siegharts traten nebst dem gemischten Chor die folgenden Solisten auf: Magda (Sopran) und Dariusz (Bass) Niemirowicz, Joanna Kucharko (Klavier), Michal Kucharko (Orgel und Gesamtleitung des Chores) und Krzysztof Brzezinski (Posaune). Im ersten Teil des Konzertes spielte ausgezeichnet Mag. Michal Kucharko auf der Orgel die Werke von Bach, Brahms und Mendelssohn. Ein besonderes Hörerlebnis bot eine Sonate von J.E. Galliard für Posaune und Orgel. Mit den Liedern des Chores im zweiten Teil des Konzertes wurde den Besuchern ein Einblick in die polnische Tradition und Kultur gewährt. Der Höhepunkt des Abends war die solistische Darbietung von Magda und Dariusz Niemirowicz, die gemeinsam ein „Ave Maria“ von Donizetti sangen und von Joanna Kucharko am Klavier begleitet wurden. Ein herrliches Konzert, bei dem auch die neu restaurierte Orgel den königlichen Klang zum Gehör brachte. Die schöne Akustik, das stimmungsvolle Ambiente unserer Stadtpfarrkirche, sowie die Perfektion der Künstler bildeten einen unvergesslichen Kunstgenuss.
30 Jahre des Chores „Stieglitze“ aus Poniatowa – ein Fest mit Freunden aus aller Welt!
Zwei lange Wochenenden und 12 diverse Initiativen begleiteten das Jubiläum in der Partnerschaft Poniatowa, zu dem die Prominenz aus Deutschland, Frankreich, Holland, Litauen, Kanada, USA und ganz Polen erschienen ist. Österreich vertrat Ing. Maurice Androsch – Bürgermeister der Stadt Groß- Siegharts und Musikschulleiter Mag. Krzysztof Brzezinski mit Familien. Am Reiseprogramm standen nebst den musikalischen Höhepunkten auch diverse Treffen mit Politikern, sowie Besichtigungen. Am Freitag, den 27. Mai 2005 gab es in der Bezirksstadt Opole Lubelskie im Festsaal der Bezirkshauptmannschaft eine Jubiläumsveranstaltung „15 Jahre der Unabhängigkeit der Selbstverwaltung“ mit den Bürgermeistern der Region und mit dem Bezirkshauptmann, bei der auch unser Bürgermeister teilnahm und eine Ansprache hielt. Eine sehr interessante Begegnung gab es auch am Samstag, den 28. Mai 2005 in Poniatowa, bei der sich die Vertreter der Organisationen, sowie der Vereine mit dem Bürgermeister Ing. Maurice Androsch trafen. Auch eine Teddybärenausstellung mit über 700 Exponaten stellte eine große Sensation in der Lubliner Region dar und hat ein breites Echo in den polnischen Medien wie Zeitungen und Fernsehsendungen gefunden. Zweifellos gehörten zu den grandiosen Höhepunkten jedoch die Festkonzerte in der Aula des Gymnasiums Poniatowa und im großen, modernen Saal in der Philharmonie der größten Stadt Ostpolens – Lublin. Gratulationsbotschaften kamen aus vielen Ländern der Welt, sowie von Ministerien, der Präsidentschaftskanzlei der Republik Polen, den Landeshauptmännern, Bürgermeistern und Politiker. Bei den Konzerten in Poniatowa und Lublin gab es im großen Finale über 300 Teilnehmer, die 3 bis 40 Jahre alt waren. Die Darbietungen der verschiedenen Gruppierungen (Chöre, Orchester, Ensembles etc.) waren einfach phantastisch und wurden mit großem Beifall, sehr enthusiastisch und im Stehen aufgenommen. Ein unvergessliches Erlebnis, das in beeindruckender Weise 30 Jahre pädagogischer Musikarbeit der Familie Prof. Danuta und Witold Danielewicz präsentierte. Diese Leistungen sind durch Fleiß, Ausdauer, Solidarität, Zusammenhalt und Liebe zu den Menschen aller Welt, sowie Liebe zur Musik geprägt worden. Auch Michael Brzezinski nahm als Solist am Xylophon beim Konzert der jungen Talente im Kammersaal des Schlosses Kraczewice mit großem Erfolg teil. Am Donnerstag, den 26. Mai 2005 gab es einen Leckerbissen mit dem gemischten Chor „Cum Musica.“ Marta Mickiewicz Brzezinski sang auch in diesem Chor mit. Der Chor wurde vor einem Jahr gegründet und besteht aus ehemaligen Mitgliedern der Formationen „Stieglitze“ sowie „Scholares Minores pro Musiqua Antiqua.“ Im Herbst dieses Jahres ist ein Besuch des Chores „Cum Musica“ aus Poniatowa in Groß-Siegharts geplant und der Gegenbesuch der Groß-Sieghartser wird im Frühling 2006 stattfinden. Es sind viele Höhepunkte der freundschaftlichen Begegnungen geplant.
Die Krönung des letzten Konzertabends in Lublin war eine Gigantentorte mit über 30 Kilogramm.
„Ohne Hoffnung kann der Mensch nicht leben“ – Begegnung von Krzysztof Brzezinski mit Krzysztof Penderecki, einem der bedeutendsten Komponisten unserer Zeit
Ganz Österreich sprach von der Welturaufführung des neuesten Werkes von Krzysztof Penderecki „Largo für Violoncello und Orchester“, einer Auftragskomposition der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Das Stück ist am 19. und am 20. Juni 2005 im goldenen Saal des Musikvereines mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Seiji Ozawa, Solist am Cello – Mstislaw L. Rostropowitsch uraufgeführt worden. Schon zwei Tage vor diesem Weltereignis, am 17. Juni 2005 war ich zu einem Gespräch mit dem Ehepaar Prof. Krzysztof und Elzbieta Penderecki in die Räume des Botschafters RP eingeladen. Ein Gespräch mit einem der größten Komponisten unserer Zeit, einem Philosophen, Dirigenten und Musiker, war äußerst persönlich und breit an Optimismus. „Ohne Hoffnung kann der Mensch nicht leben.“ Noch wichtiger sind die Zukunftspläne, erzählte der 72-jährige Penderecki, der bis ca. 2016 ausgebucht ist, und demnächst auch das polnische Requiem fertigschreieben wird. Der noch fehlende Satz – Adagio (nur instrumental) ist dem Tode des verstorbenen Papstes, Johannes Paul II. gewidmet. Auch eine Kinderoper für die vierjährige Enkelin des Komponisten wird entstehen. Es bot sich die Gelegenheit an, mit dem großen Naturliebhaber, der im eigenen Garten in Luslawice bei Krakau über 1.500 verschiedene Gattungen Bäumen eingepflanzt hat, auch über die Schönheit des Waldviertels zu sprechen, sowie über das Musikland Niederösterreich zu diskutieren. Der Rahmen des Treffens wurde durch einen Leckerbissen des Quartettes des Wieder Philharmoniker mit dem Werk von Krzysztof Penderecki „Der unterbrochene Gedanke“ verschönert. Penderecki, der sich immer traute auch die verbotenen Gedanken in der Musik während der kommunistischen „Diktatur“ auszudrücken, betonte mehrmals die Wichtigkeit der Bemühungen des Menschen des guten Willens und drückte überzeugend aus, dass das Gute über das Böse letztendlich siegen wird. Diese Philosophie spiegelt sich in vielen Werken dieses großartigen Menschen wieder. Die charmante Frau Elzbieta Penderecka, die Großmutter war eine Wienerin, betonte viele verbindende Aspekte auf dem musikalischen Gebiet zwischen Polen und Österreich. Zum zehnten Mal wird in Warschau vom 2. April bis 15. April 2006 „Das Ludwig van Beethoven Osterfestival“ stattfinden, bei welchem nebst weltbekannten Interpreten auch die österreichischen Künstler auftreten werden.
Ausklang des unvergesslichen Abends bildeten persönliche Gespräche.
Zusammenfassung und Abriss der Arbeit
In meiner Arbeit stellte ich die Vielzahl der grenzüberschreitenden Aktivitäten der Musikschule und Stadtkapelle Groß-Siegharts vor, damit der Leser selbst feststellen kann, welche Vorteile sich aus diesen Kooperationen ergeben. Am Beispiel der kleinen Stadt Groß-Siegharts im Waldviertel ist ersichtlich, dass auch hier große, internationale Projekte mit wenig finanziellen Ausgaben realisierbar sind. Dabei ist meiner Meinung nach die Sprache des Herzens das wichtigste Verständigungsmittel. Die spirituellen Werte sind von primärer Bedeutung, um die Ziele zu erreichen. Ohne große Subventionen, Institutionen, Reisebüros etc. ist es möglich die schönsten Begegnungen zwischen den Menschen aus verschiedenen Ländern ins Leben zu rufen. Persönliche Kontakte, gemeinsame Konzerte sind genauso wichtig, wie offizielle Erklärungen auf dem Papier. Unseren Konzerten im In- und Ausland wohnten viele politische und diplomatische hochrangige Gäste bei. In Deutschland, Malta, Polen, Tschechien und Österreich versammelten unsere Veranstaltungen Repräsentanten aus zahlreichen Teilen Europas und der Welt. Die Konzerte boten uns die Chance, unser wunderschönes Land Österreich, das romantische Waldviertel und die Bandlkramerstadt Groß-Siegharts der Welt vorzustellen. Die zahlreichen ausländischen Gäste waren von der Schönheit unseres Landes immer begeistert. Damit leisten die musikalischen Aktivitäten einen großen Beitrag zur Förderung und zur Präsentation von Österreich, der österreichischen Kultur, sowie der niederösterreichischen Region. Unsere Initiativen sind ein Beispiel dafür, dass man in einem kleineren, lokalen Ausmaß sehr viel zugunsten reeller, bürgerlicher Integration, sowie zur europäischen Integration beitragen kann. „Der völkerverbindende Aspekt sollte nicht nur auf Ebene der hohen Politik betont werden, sondern gerade bei den „normalen Menschen“ und bei der Jugend, wo es aufgrund mangelnder Information häufig zur Bildung von Vorurteilen kommt, in den Mittelpunkt gerückt werden.“14
Die Begegnungen mit ausländischen Gruppen und Menschen gaben uns die Möglichkeit verschiedene großartige Künstler, sowie Persönlichkeiten kennenzulernen und von ihnen einfach zu profitieren. Durch private Unterbringungen auf den Reisen bei Gastfamilien war die Kontaktaufnahme erleichtert und wir hatten die Gelegenheit direkt über Probleme, Sorgen und Freuden der Partner zu sprechen. Gerade für die Jugend und die Kinder ist es sehr wichtig zu wissen, was bei unseren europäischen Nachbarn los ist. Durch Musik- Pflichtschulen und Kindergartenbesuche im In- und Ausland können auch wir Pädagogen uns von neuen Ideen inspirieren lassen und die Meinungen austauschen. Bei den Präsentationen in den Schulen war es auch möglich zwischen den Kindern aus anderen Ländern Kontakte aufzubauen. „Die großen und kleinen Regionen mit ihren Identitäten können eine neue Quelle der Energie und der Erneuerung Europas werden. Große und kleine Gemeinden, wie Groß-Siegharts und Poniatowa können auf verschiedenen Ebenen genauso viel für zukünftige Entwicklungen und besseres Verständnis einbringen wie große, bedeutende Städte, etwa Wien, Graz, Salzburg, Krakau, Warschau und Posen /.../.“15 Eine große Anerkennung sprach die Botschafterin der Republik Polen in Österreich (2000-2004) in dem Artikel „Gute Freunde verbindet mehr, als nur gemeinsame Interessen“ aus. Irena Lipowicz, die verdienstvolle Diplomatin in Österreich und berühmte Wissenschaftlerin, sowie Politikerin war im Mai 2001 in Groß-Siegharts zu Besuch. Auch die Botschafter aus Malta und Weißrussland besuchten in den vergangenen Jahren unsere Stadt. Diese hochrangigen Besuche sind unseren musikalischen Aktivitäten zu verdanken. Nicht nur der Staatspräsident von Malta bewunderte unser Konzert und empfing die Groß-Sieghartser Delegation im Präsidentenpalast in La Valetta, sondern auch sogar der Präsident der Republik Österreich Univ.Doz.Dr. Heinz Fischer nahm bei mir Unterricht im „Dirigieren“ und erhob beim Radetzky-Marsch im Stadtsaal Groß-Siegharts persönlich den Stab. Dank der Musik wurde mir eine große Ehre zuteil: Ich durfte 1983 in Wien mit Papst Johannes Paul II. persönlich sprechen und am 21.November 2001 in der Botschaft der Republik Polen in Wien diskutierte ich mit dem polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski und dessen Frau Jolanta, die Österreich einen offiziellen Besuch abstatteten. Am 13. November 2003 dufte ich gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn an der Besichtigung der Firma Franz Müller in Kritzendorf teilnehmen und mit ihm interessante Glaubengespräche führen.
Beachtenswert ist die Idee, bei den Konzerten immer gemeinsame Stücke zu präsentieren. Dadurch lernen wir die Kompositionen aus anderen Ländern kennen und sogar die Leider werden miteinander gesungen, sowie gespielt, wobei das Alter der Interpreten überhaupt keine Rolle spielt. Musik verbindet eben!
Nicht zuletzt soll erwähnt werden, dass unsere Auftritte oft ein großes Echo in den Medien hervorrufen und zusätzlich zur Presse auch Fernsehen, Radio, sowie Internetseiten die Musikaktivitäten aufgezeichnet haben. Auch eine wirtschaftliche Belebung ist sichtbar zu verzeichnen, denn ausländischen Gästen schmecken in Österreich nicht nur die Mozartkugeln und die hervorragenden Weine, sondern auch große Instrumente wie beispielsweise Pauken sind nach Malta unter großen Umständen mitgenommen worden.
Aus Platzgründen und durch die formalen Vorgaben (nur 10-15 Seiten Text!) musste ich meine Ausführungen oft kürzen. Ich möchte jedoch ganz deutlich betonen, dass diese internationalen Begegnungen mir persönlich viel Kraft geben, mich persönlich, künstlerisch, pädagogisch, und menschlich zu entfalten. Seit 1988 setze ich meine internationalen Ideen fort. Damals war vieles im Entstehen ... Wie unsere musikalische Zukunft gestaltet wird, hängt nur von uns selbst ab. Aus meiner Sicht kann ich nur bestätigen, dass ich mit meinen Projekten auf dem richtigen Weg bin! Die unbeschreiblichen, menschlichen Berührungen und die Freude mit den Freunden begleiten uns auf dem musikalischen Weg seit 1988. Ich möchte Sie auch einladen den Anhang zu lesen, der einen sehr wichtigen, ergänzenden Teil zu dieser Arbeit leistet.
Für „Polonika“ Nr. 81, Oktober 2001 sagte ich einmal: „/.../ Die Polen können doch so viel von den Österreichern lernen und auch umgekehrt die Österreicher von den Polen. Ich glaube wenn wir die besten Eigenschaften der Länder verbinden könnten, hätten wir eine vollkommene Gesellschaft geschaffen/.../.“
Abschleißend möchte ich einige Gedanken zitieren, die mich stets in meinem Leben begleiten und mich geprägt haben: Mein Professor Fritz Würzler (1928-2004) pflegte immer zu sagen – „Bitte vergessen Sie nicht, dass wenn Sie einem anderen Menschen Gutes tun es Ihnen sicher oft doppelt zurückkommt!“
„Habe ein Herz und schaue in die Herzen“ (Adam Mickiewicz).
„Wo es kein Herz gibt, kann die Musik nicht existieren“ (P.J. Tschajkowskij).
„Wie dem Adler der ganze Himmel offen steht, so ist dem Tüchtigen die ganze Welt Vaterland!“ (Euripides, 1480 v.Chr. – 406 v.Chr.).
„Es kann passieren, dass man hinfällt. Unverzeihlich ist es nur, wenn man liegen bleibt!“ (Winston Churchill)
„Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ist ihre Seele!“ (Maxim Gorkij).
„Wenn die Politiker auch Musiker gewesen wären, hätten wir keine Kriege“ (Witold Danielewicz).
Literaturverzeichnis
Bücher
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Röbke Peter, Musikschule – wozu?, Atzenbrugg, (Volkskultur Niederösterreich), 2004
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Danuta Danielewicz, Malgorzata Kacprzak, Szczygielki 25 – cwierc wieku dzieciecych zespolow z Poniatowej, Lublin, (Stowarzyszenie Zespol Dawnej Muzyki Polskiej „Musiqua Antiqua“), 2000
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Weikertschläger Reinhold, 75 Jahre Stadtkapelle Groß-Siegharts – Anekdoten aus dem Leben eines Musikanten, Stadtkapelle Groß-Siegharts, 2003
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Weikertschläger Reinhold, Stadtkapelle Groß-Siegharts Einst und Jetzt, Groß-Siegharts, 1993
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Europa To My –Szczesliwy swiat z muzyka, PL-Klodzko, 2004
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Städte- Gemeinde- Partnerschaften – „Grenzen überschreiten...“, Groß-Siegharts (Internationales Interkommunales Zentrum), 2005
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Kurij Robert, Migration im Waldviertel, Groß-Siegharts, 1999
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Kurij Robert, Schloss Groß-Siegharts im Wandel der Zeiten, Groß-Siegharts/Waidhofen a.d. Thaya, 1993
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Brzezinski Krzysztof, Zur Literatur für Tenorposaune, Wien, 1987 (Manuskript)
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Danielewicz Danuta und Witold, Mierzenie jakosci placowki wychowania pozaszkolnego w zakresie tworzenia w niej klimatu w Ognisku Pracy Pozaszkolnej w Poniatowej, Wroclaw, 2000
Zeitschriften
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NÖN Waidhofner Zeitung, 3100 St. Pölten, 1988-2005
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Der Waldviertler, 3812 Groß-Siegharts, 1988-2005
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Der Bandlkramer – Kulturbrief der Stadtgemeinde Groß-Siegharts, 3812 Groß-Siegharts, 1988-2005
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Polonika- Pismo Polonii Austriackiej, Wien, 2000-2005 (www.polonika.at)
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Przeglad Regionalny – Miesiecznik Towarzystwa Przyjaciol Poniatowej, Poniatowa, 2000-2005
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Gazetka Polskiego Zwiazku Kulturalnego i Zjednoczenia Polakow, Berlin, 2003
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Jongler- Zongler, Wien, 2003-2005 (www.zongler.com)
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Dialogi- Wiedenski biuletyn informacyjny, Wien, 2001
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Jupiter, Wien, 2001
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Wspolnota Polska, Warszawa, April 2000
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Opolska Gazeta Powiatowa, Opole Lubelskie, 2000-2005
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S Zeitung – Kundenzeitung der Sparkasse der Stadt Groß-Siegharts AG, Groß-Siegharts, 1988-2005
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Ziemia Lubelska, Pl-Lublin, 2003-2005
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www.austriapol.com - Magazin des interkurturellen Dialoges
Broschüren
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10 Jahre Stadtsaal Groß-Siegharts – Highlights 1933-2003, Groß-Siegharts, 2003
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Neue Musikschule und Stadtkapelle Groß-Siegharts, Groß-Siegharts, 1998
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Neue Musikschule und Stadtkapelle Groß-Siegharts, Groß-Siegharts, 2001
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Neue Musikschule der Stadt Groß-Siegharts, Groß-Siegharts, 2004
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Dir dritte Auslandsreise der Musikkapelle Lily, Mqabba – Malta, dieses Mal nach Österreich 13-20. September 2000, Malta, 2000
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Polen-Partner in Europa/Polnisches Jahr in Österreich 2002, Wien, 2002
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Weikertschläger Reinhold, Laudatio für Herrn Mag. Krzysztof Brzezinski gehalten anlässlich der feierlichen Überreichung des Kavalierskreuzes des Verdienstordens der Republik Polen, Wien, 2000 (Manuskript)
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III Ogolnopolski Festiwal Puzonowy, Warszawa, 2003
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Informationsverzeichnis der Polen in Österreich, Wien, 2001
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25 Jahre Sparkasse Groß-Siegharts, Karlstein – Japons- Blumau, Groß-Siegharts, 1999
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15 Jahre „Neue Musikschule“, Groß-Siegharts, 2003 (Manuskript)
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Zielinski Adam, Laudatio für Krzysztof Brzezinski, Wien, 11.03.2004
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Diverse Konzertprogramme der Musikschule und der Stadtkapelle Groß-Siegharts seit 1988 bis 2005
Bildnachweis
Die meisten Bilder stammen aus meiner privaten Fotosammlung. Einige Fotos befinden sich im Besitz verschiedener Freunde und die genau Zuordnung ist heuet in vielen Fällen nicht mehr möglich.
1 NÖN Waidhofner Zeitung, 3100 St. Pölten, 7.10.1989
2 NÖN Waidhofner Zeitung, 3100 St. Pölten, 29.02.1996, Woche 9/1996
3,2 Der interessierte Leser sei auf weitere Informationen im Anhang verwiesen
5 Dir Reinhold Weikertschläger, 15 Jahre „Neue Musikschule“, Groß-Siegharts, 2003 (Manuskript, das sich im Besitz des Verfassers befindet)
6 Danuta Danielewicz, Malgorzata kacprzak, „25 szczygielki, cwierc wieku dzieciecych zespolow z poniatowej“, Poniatowa (Stowarzyszenie zespol dawnej muzyki polskiej „musica antiqua“ ul. mlodziezowa 6 24-320 Poniatowa) 2000, s.93,94.
7 NÖN Waidhofner Zeitung, St. Pölten, 1993 Woche 40, S.11
8 zit. nach Dir. Reinhold Weikertschläger in: Reinhold Weikertschläger, Laudatio für Herrn Magister Krzysztof Brzezinski, Wien, 11. Februar 2000, S.14,15
9 NÖN, Waidhofner Zeitung, Johann Ramharter Artikel vom 10.01.97
10 Der Bandlkramer (Kulturbrief), Groß-Siegharts, Folge 7, 10/2000, Titelblatt
11 NÖN Waidhofner zeitung, St Pölten, 132 Jg. Nr. 24, 13.6.2001, S.11
12 NÖN Waidhofner zeitung, St Pölten, 132 Jg. Nr. 24, 13.6.2001, S.11
13 mehr unter:http://www.austriapol.com/index_austriapol_dialog.htm
14 Zitiert nach thomas Weikertschläger in: der bandlkramer (Kulturbrief) Groß-Siegharts, Juni 2002, Folge 4, S.11- „Musik verbindet“
15 Zitiert nach Univ. Prof. Dr. Irena Lipowicz in: Partner in Europa: Polen, Warschau (PAIZ) 2002, S.31




